Der Raum ist erfüllt von raunenden Stimmen. Draußen kann ich die Sonne sehen, trotzdem ist das Licht hier drinnen düster. So düster, dass es schon aufs Gemüt schlägt. Kombiniert mit der stickigen Luft ist das eine grausame Atmosphäre.
Der Lehrer geht herum und bietet jedem seine Hilfe an. Jedem Schüler erzählt er seine gleichen glorreichen Heldenstorys, egal ob man sie hören will oder nicht. Tatsache ist: wenn man sie hört, wieder und wieder und wieder, fühlt man sich schlecht. Er soll bitte irgendwann mal etwas neues erzählen. Ich kann es wirklich nicht mehr hören.
Das leise klicken von Tastaturen und Mäusen durchbricht langsam das Gewirr aus Stimmen. Es mag nicht wirklich laut sein, trotdem es fühlt sich an als stünde man an einem überfüllten Flughafen.
Die Sonne scheint verführerisch und trotzdem sind wir meilenweit entfernt.
Noch eine Minute, dann sind wir erlöst.
END
by Mimo-Chan
Mimo-Chan - 11. Jun, 17:47
Laute Schreie,
trotzdem bleibe ich einfach hier sitzen und tue nichts.
Die Tür fliegt auf und Raerith stürmt herein, er hat nur einen Arm. Seltsam, gestern hatte er noch zwei. Nichtmal diese Tatsache bringt mich dazu irgend eine Reaktion zu zeigen. Raerith humpelt zu mir herüber und zieht mich vom Bett. Er humpelt? Naja.
Er zieht mich zum Fenster und schiebt mich vor sich. Er hat Angst. Dass erkenne ich sofort. Die Tür fliegt auf und jemand stürmt ins Zimmer. Mit vollem Tempo rennt auf uns zu und stoppt im letzten Moment.
Es ist ein großer Mann. Er sieht so aus als müsste ich ihn kennen. Aber ich kann ihn nicht zuordnen. Seine Haare sind lang und sein Hemd zerissen. Jetzt wird mir klar warum Raerith mich so an sich presst. Er benutzt mich als menschliches Schutzschild.
Naja.
"Hanae!" Der fremde Mann keucht, warum kennt er meinen Namen? Ich kenne ihn ...
"He, du Abschaum lass sie los un kämpfe von Mann zu Mann mit mir!"
Warum ist Isac so alt?
"So, du willst sie also wiederhaben? Dabei ist nichts mehr dran an ihr. Nur noch Haut und Knochen. Ich bin mir nicht mal sicher ob sie überhaupt noch sprechen kann. Sie hat seit drei Jahren kein Wort mehr gesagt." Das ist Raeriths Stimme. Sein Griff wird immer fester und nimmt mir die Luft. Drei Jahre? Isac verschwimmt? Warum ... ?
"Hanae? Hanae, Oh mein Gott ..."
Isacs Stimme. Aber Isac ist tot. Siedend heiß fällt mir ein, dass das nie bewiesen wurde. Ich habe seine Leiche nie gesehen. Aber? Seit wann kann ich wieder klar denken? "Hanae, mach die Augen auf." Wie auf seinen Befehl hin starre ich ihn an. Isac.
Ein lebender Isac.
Ein Isac der ein paar Jahre älter aussieht als ich ihn in Erinnerung habe.
Tränen steigen ihm in die Augen und er nimmt mich in den Arm. "Oh, Hanae." Hinter ihm kann ich Raerith sehen. Er hat keinen Kopf mehr. Warum?
"Isac ... ...." Mehr bekomme ich nicht heraus.
Er nimmt mich auf den Arm und trägt mich aus dem Zimmer.Er geht einen Gang entlang und dann eine große Freitreppe hinunter. Unten stehen noch mehr Menschen. Was in aller Welt ist hier los? Müde fallen mir die Augen zu. Ich habe lange nicht mehr geschlafen fällt mir ein. Hier ist es so warm.
"Nachher erzähle ich dir alles," ist alles was ich noch mitbekomme bevor ich tief und fest einschlafe.
END
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Mimo-Chan - 10. Jun, 16:57
Ich nehme die Welt nicht mehr wahr. Ich lasse jede Prozedur die man mir aufdringt über mich ergehen. Waschen. Essen. Schlafen. Seit meinem Erwachen mit einem Verband um meine Brust sind drei Wochen vergangen. Ich sitze in einem großen Zimmer auf einem weichen Bett. Aber das ist mir egal. Alles ist kalt. Isac ist fort. Ich habe ihn nicht mehr gesehen, seit er zusammengebrochen ist. Ob er tot ist, oder ob er durch ein Wunder gerettet wurde? Ich weiß es nicht.
Und das macht mir fertig. Diese Ungewissheit. Jeden Tag bete ich dafür, dass Isac noch lebt.
Schon wieder kommt ein Diener in meinen Kerker und stellt ein Tablett neben mich. Ich habe keinen Hunger. Ich will nicht essen. ABer das interessiert hier schon lange keinen mehr. Wenn ich nicht esse hält man mir den Mund auf und zwingt mich dazu. Alles ist so kalt. Mir ist kalt. Die Hände dieses Dieners sind kalt. Das Essen das er mir aufzwingt schmeckt nach nichts.
Warum lebe ich und Isac nicht mehr?
Das leben ist nicht Fair.
Ich will sterben. Aber ich kann nicht.
Jeden Tag sitze ich nur da und starre ins nichts. Leere. Weite. Kälte.
Manchmal kommt Raerith ins Zimmer und stellt sich vor mich. Er sieht nicht mehr wie Isac aus. Aber das ist gut so. Immer wenn er kommt starrt er mich an und Hält meine Hand. Er soll gehen. Gehen und sterben. Aber ich kann mich nicht rühren, nicht einmal sprechen.
Heute ist wieder ein Tag, an dem er kommen wird. Aber irgendetwas ist seltsam und ich kann nicht sagen was. Aber hier ist Lärm. Nicht unmittelbar bei mir. Aber es ist Laut.
Schreie.
...
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Mimo-Chan - 23. Mai, 14:13
Die Langeweile wird immer schlimmer. Jetzt habe ich mir auf der Toilette extra viel Zeit gelassen und doch sind nur wenige Minuten vergangen. Wenigstens scheint draußen jetzt die Sonne. Vor dem Fenster wachsen gelbe Blumen. Eine Illusion von Idylle und Frieden. Dreht man seinen Kopf sieht man der Realität wieder ins Auge. Ein großer heruntergekommener Plattenbau. Auf dem Flur ertönen Stimmen die durch das ganze Treppenhaus hallen. Er ist also wieder auf dem Weg zu uns. Wahrscheinlich um den unterbemittelten hier mitzuteilen, dass er oben auf seinem Rechner sieht was wir hier unten tun. Sie sind selbst Schuld, sie kennen ihn doch gut genug.
END by Mimo-Chan
Mimo-Chan - 9. Mai, 15:00
Kurze Notiz. Hmm, eigentlich lässt mein Geisteszustand zu wünschen übrig aber okay. Hier ist es schwül. Der Raum stinkt nach Druckerfarbe und die Stille ist gerade zu nervtötend. Insgesamt gesagt ist mir einfach nur sterbend langweilig. Aber was soll man schon tun? Noch eineinhalb Stunden und die Quälerei hat ein Ende. Dann kann ich endlich nach Hause gehen. Die Zeit kann nicht schnell genug vergehen, aber das tut sie nicht. Der Zeiger der Uhr bewegt sich kaum merklich, wahrscheinlich zeigt er nur halbe Minuten an. Draußen regnet es. Die kühle Luft zieht ab und zu in den Raum. Hoffentlich ist es nicht zu kalt wenn wir nachher gehen können.
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Mimo-Chan - 7. Mai, 16:20
Ich habe Zerstreuung gesucht, sie aber nicht gefunden. Die Zeit steht still. Außer dem Regen ist nichts zu hören. Leise tuscheln die Schüler hinter mir aber sie haben Angst gehört zu werden. Der Albtraum von einem Schrank hat wieder einmal den Raum betreten. Er war länger weg als sonst. Wahrscheinlich hat er heute zwei Kaffee getrunken. Er schaut sich um und verlässt den Raum. Zum dritten Mal an diesem Tag. Vielleicht wartete er auf einen Anruf? Und warum, verdammt nochmals mache ich mir wegen diesem Typen so viele Gedanken?
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Mimo-Chan - 8. Mai, 10:11
Der Mann auf dem Thron war Isac. Vielleicht sollte ich eher sagen, er sah aus wie Isac. Denn, es war bestimmt nich Isac, er stand ja neben mir. Der Isac auf dem Thron war Raerith.
"Wilkommen, wilkommen, kleine Hanae." Er stand auf und kam auf mich zu. Ich konnte mich nicht bewegen. Raerith sah aus wie Isac, trug die selbe Kleidung wie Isac, sprach wie Isac. Er kam immer näher.
Was Isac in diesem kurzen Augenblick machte weiß ich nicht. Ich sah nur Raerith. Seine Augen. Seine Lippen. Seinen Körper. Es war als gäbe es nur noch mich und Isac.
Falsch! Das war nich Isac! Dieser Gedanke kostete mich sehr viel Kraft. Raerith kam näher uns sah mich lange an. Dann kam er noch näher und küsste mich. Seine Lippen waren warm. Als er sich von mir löste war er Isac. Mein Isac.
"Nein, Hanae. Das bin nicht ich!" Der falsche Isac neben mir protestierte und der richtige vor mir fluchte und stieß den falschen beiseite. Er zog einen Dolch aus seiner Tasche, den den ich ihm zu seinem letzten Geburtstag geschenkt hatte, und stach in seine Brust.
Nein! Nein, nein, nein, nein! Irgendetwas stimmte hier nicht. Wieso gab es Isac doppelt. Und warum ertach Raerith meinen Isac? Plötzlich war ich mir wieder schmerzlich bewusst welcher der Echte war.
Benommen rannte ich zu ihm und ging neben ihm auf die Knie.
"Isac, Isac, alles wird gut ich ...," weiter kam ich nicht. Isacs leere Augen starrten mich an und sein Körper erschlaffte. "Isac!" Meine Augen füllten sich mit Tränen und ich spürte kaum noch wie ein Dolch auch meine Brust durchstieß.
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Mimo-Chan - 6. Mai, 15:14
Der Drang war unüberwindbar. Meine Füße liefen von selbst. Mein Gehirn dachte von selbst. Isac rief nach mir, glaube ich, aber ich verstand ihn nicht. Er war als ob diese Insel mich verschlucken wollte. Nur mich. Nicht Isac.
Ich kann mich nur noch erinnern plötzlich vor einem großen Tor gestanden zu haben. Wie ich dahin gekommen war weiss ich nicht, wahrscheinlich bin ich über die Brücke gelaufen.
Ganz leise öffneten sich die beiden großen Torflügel.
Tritt ein Hanae.
Komm zu mir.
Und ich trat ein. Es war als würde man mir auf den Hinterkopf schlagen. Ich fühlte eine seltsame Benommenheit und mir wurde schlecht. Ich übergab mich zu meinen Füßen. Kraftlos wie ich war merkte ich, dass Isac meine Hand hielt als ich gerade im Begriff war ohnmächtig zu werden. Er fing mich auf und trug mich zu einer Wand an die er mich lehnen konnte.
"Geht es dir gut? Du hast dich so seltsam benommen Hanae."
Sein Gesicht, so nah an meinem. Mein Herz pochte ununterbrochen. Mit einem Ruck rappelte ich mich wieder auf und sagte: "Es geht mir gut." Isac nahm das schweigend entgegen.
Ohne noch ein weiteres Wort miteinander gewechselt zu haben gingen wir die große Halle entlang. Wir wussten beide, dass es nur diesen Weg gab.
Die Decken waren hoch und oben wölbten sie sich. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Der Boden war spiegelglatt sodass wir uns darin spiegelten. Ein eisiger Luftzug lies mich erschaudern.
Hanae.
Am Ende der Halle erreichten wir ein weiteres Tor. Auch deises ohne Wachen. Wahrscheinlich brauchte so ein starker Dämon wie Raerith keine. Auch deises Tor öffnete sich lautlos und diesmal, so schien es, verspürte auch Isac dieses bezwängende Gefühl eintreten zu müssen.
Das Licht im Thronsaal war grell. Ich hatte noch nie einen Thronsaal gesehen, aber ich wusste genau was ich vor mir hatte.
Denn vor mir stand ein riesiger tiefschwarzer Thron. Aber das verstörende an dieser Szenerie war nicht dieser Thron, sondern derjenige der darauf saß.
"Isac."
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Mimo-Chan - 4. Mai, 17:36
Eine Insel.
Keine Ahnung ob man sie so nehen konnte, aber es sah zumindest so aus. Scheinbar war sie mit dem Boden verbunden, aber das konnte man nicht sehen. Sie sah aus wie ein großer zerklüfteter Pfeiler auf dessen Spitze ein Schloss tronte.
Erlich gesagt was das Schloss sogar das imposanteste. Ein großes Violettes Gebäude aus Stein mit mindestens zwölf Türmen mit hohen Spitzen Dächern. In der Mitte wölbte sich eine große gläserne Kuppel.
"Wow." War das Erste was Isac und mir gleichzeitig entfuhr.
Komm.
Weiter rechts sah ich eine große schmale Brücke. Das Schlimmste an ihr war, dass sie kein Geländer besaß.
Aber sie zog mich an. Ich konnte nicht da stehen bleiben, ich musste einfach zu ihr hin laufen. Wie in einem Sog eilte ich auf sie zu.
Komm.
"Hanae! Bleib hier! Was soll das?" Weit entfernt hörte ich Isacs Stimme, aber ich konnte ihn nicht verstehen. Das Einzige was ich wollte, war über diese Brücke zu gehen.
Komm. Komm zu mir Hanae.
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Mimo-Chan - 1. Mai, 13:44